In dieser Rubrik stellt der Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Artenschutz der Ortsgemeinde Asbach in regelmäßigen Abständen Tipps, Anregungen und Hilfestellungen zu den Themen Umweltschutz, Mülltrennung und Müllvermeidung bereit.
Die Müllgebühren werden für das Jahr 2022 moderat angepasst, nachdem sie neun Jahre unverändert stabil geblieben sind. Wenn Sie bis heute noch keinen Kompost angelegt haben, sollten Sie jetzt mit dem Kompostieren anfangen. Sie schonen die Umwelt und sparen Geld. Denn die Müllgebühr wird für Eigenkompostierer reduziert.
Im Garten fallen rund ums Jahr Pflanzenreste an. Sie sind der Rohstoff für ein wahres Wundermittel: Kompost. Arbeitet man den humusreichen Kompost in den Boden ein, verbessert man ihn nachhaltig. Der Boden wird locker und kann besser Wasser und Nährstoffe speichern, die dann wiederum den Pflanzen zur Verfügung stehen. Kompost enthält zudem viele Nährstoffe, auf zusätzlichen Dünger kann man weitgehend verzichten. Das schont den Geldbeutel, die Umwelt und das Klima.
Für einen Komposter brauchen Sie in Ihrem Garten:
· einen Platz, der vor rauem Wind, starker Sonne oder heftigem Regen geschützt ist
· einen Platz unter einem größeren Baum - Holunder und Haselnuss gelten als besonders beliebte Nachbarn.
· unter dem Kompostbehälter einen Boden, der offen und mit dem Erdreich verbunden ist - so versickert überschüssige Feuchtigkeit und Regenwürmer und andere kleine Kompostbeschleuniger können ungehindert die Abfälle in wertvollen Humus verwandeln.
Und das sind die Abfälle, die in den Kompost gehören:
· Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teeblätter, Eier- und Bananenschalen
· später auch Rasenschnitt, Laub, Strauchabfälle, die klein gemacht sind
Bei den Abfallgebühren des Kreises gibt es sogar einen Bonus für Eigenkompostierer: 15 Euro für einen 4-Personenhaushalt.
Leider landen viele Lebensmittel im Müll, die noch gut verzehrt werden könnten. Wir Verbraucher verstehen das Mindesthaltbarkeitsdatum leider oft falsch oder sind zu vorsichtig. Dabei heißt es auf den Verpackungen „mindestens haltbar bis“ und nicht „sofort tödlich ab“ – das Mindesthaltbarkeitsdatum ist also kein Verfallsdatum.
Die meisten „abgelaufenen“ Lebensmittel sind noch essbar, lecker und gesund. Testen Sie mit allen Sinnen, ob Joghurt, Saft u.a. noch gut sind, bevor Sie es wegwerfen. Sie sparen nicht nur Geld, sondern handeln auch ökologisch sinnvoll.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schreibt dazu:
· Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Lebensmittel nicht automatisch verdorben oder zum menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet. Bei richtiger Lagerung sind die Lebensmittel meist weiterhin auch ohne Einschränkung zum Verzehr geeignet. Also anschauen, riechen und vorsichtig kosten – das kann viele Lebensmittel vor der Tonne retten und hilft Geld zu sparen.
· Anders das Verbrauchsdatum: Es gilt für mikrobiologisch sehr leicht verderbliche Lebensmittel wie zum Beispiel Hackfleisch, die nach Ablauf des Verbrauchsdatums mit mikrobiologischen Risiken für die menschliche Gesundheit verbunden sein können.
Die meisten Supermärkte bieten Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft, günstiger an oder verkaufen Obst und Gemüse, das nicht mehr der Norm entspricht, zum halben Preis. Wählen Sie solche Produkte und setzen damit ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung.
Laut einer Studie des Thünen-Instituts landen in Deutschland 12 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll, mehr als die Hälfte davon in den privaten Haushalten. 75 kg Lebensmittel werden also pro Person und Jahr in Deutschland weggeworfen.
Es ist eine ganz schlechte Angewohnheit, dass wir viel mehr einkaufen, als wir letzten Endes essen können. Dabei gibt es ein paar einfache und hilfreiche Tipps, damit gute Lebensmittel nicht früher oder später im Müll landen:
· Planen Sie vor dem Einkauf möglichst genau, was Sie wann in welchen Mengen benötigen.
· Schreiben Sie einen Einkaufszettel. Wenn Sie nicht sicher sind, wann genau Sie die Lebensmittel verbrauchen, greifen Sie lieber zu eingefrorenen oder portionierbaren Produkten. Lebensmittel in Großpackungen sind nur dann preisgünstiger, wenn Sie auch komplett verbraucht werden und nicht z.T. im Müll landen.
· Lagern Sie die Lebensmittel richtig. Kühlschränke haben verschiedene Kältezonen. Über der unteren Glasplatte ist es am kältesten: Dort lagern Fleisch, Wurst und Fisch am besten. Die Mitte ist für Käse und Milchprodukte geeignet, der obere Teil für zubereitete Speisen, die Türen für Getränke, Butter und Eier. Das Gemüsefach ist ideal für die meisten Obst- und Gemüsesorten.
· Nutzen Sie die vielen praktischen Behältnisse, um überschüssige Lebensmittel länger haltbar zu machen oder einzufrieren.
· Verarbeiten Sie die Essenreste. Dazu finden Sie viele leckere Rezepte u.a. auch auf der Seite der Kreisverwaltung Neuwied unter dem Stichwort „Resto Pesto“.
Ist es nicht ein bisschen widersprüchlich – fair gehandelte oder biologisch richtig hergestellte Lebensmittel werden besonders gekennzeichnet. Müsste es nicht genau umgekehrt sein? Sollten nicht alle anderen Produkte einen dicken schwarzen Punkt auf der Verpackung tragen?
Sicher ist auch bei manchen BIO-Produkten nicht immer alles optimal, aber wenigstens stimmen der Ansatz und der Gedanke dahinter.
Seit 2001 gibt es ein staatliches Bio-Siegel: Das sechseckige Zeichen mit dem Schriftzug „Bio“ steht für die Kriterien der EG-Öko-Verordnung. Das Siegel definiert Mindestkriterien und ist im Wesentlichen vertrauenswürdig.
Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sind sogenannte Fairtrade-Produkte. Sie verändern den Handel durch bessere Preise für die Kleinbauernfamilien und die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten auf den Plantagen in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Auch in unserer Region gibt es Geschäfte, in denen Sie Fairtrade-Produkte kaufen können. Das Fairtrade-Siegel steht für fair angebaute und gehandelte Produkte, bei dem alle Zutaten zu 100 Prozent unter Fairtrade-Bedingungen gehandelt sind und physisch rückverfolgbar sind, wie zum Beispiel bei Kaffee oder Bananen. (https://www.fairtrade-deutschland.de)
Wenn Sie es ermöglichen können, dann investieren Sie doch ein paar Euro mehr und kaufen Bio- und Fair-Trade Produkte.