Der Umwelt zuliebe

In dieser Rubrik stellt der Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Artenschutz der Ortsgemeinde Asbach in regelmäßigen Abständen Tipps, Anregungen und Hilfestellungen zu den Themen Umweltschutz, Mülltrennung und Müllvermeidung bereit.

Tipp 6 - Biotonne

Die Hälfte unserer Abfälle im Haushalt sind kompostierbare „Naturabfälle“. Das Problem ist: Millionen von Tonnen an Gemüse-, Obst- und anderen Essensabfällen werden falsch getrennt und landen im Restmüll - was für eine gigantische Verschwendung von wertvollen Rohstoffen.

Bioabfälle sind der Natur so nahe wie sonst keine Abfälle im Haushalt. Der größte Feind der Biotonne sind deshalb Abfälle aus Plastik, Glas und Metallen. Manche denken, eine Plastiktüte, ein Marmeladenglas oder ein Quarkbecher holen die bei der Müllabfuhr einfach wieder raus. Völlig falsch gedacht: der technische Aufwand und die Kosten hierfür sind enorm. Noch schlimmer: Keiner möchte Plastikfetzen oder Glasscherben in seinem Kompost oder in der Gartenerde haben.

Gar nicht gut, aber es passiert: Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem. Viele Lebensmittel sind weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar. Falls trotzdem der Käse oder die Himbeeren im Kühlschrank verschimmeln, sollten diese dringend über die Biotonne entsorgt werden. Ganz wichtig: Die Verpackung muss leider draußen bleiben und wird über den Gelben Sack getrennt entsorgt. Kein angenehmer Handgriff, aber eben auch kein Hexenwerk.

Betrachte es als Erinnerung, beim nächsten Einkauf genauer zu planen, was rechtzeitig verzehrt werden kann.

Abfälle für die Biotonne können aus hygienischen Gründen in Zeitungspapier eingewickelt oder in Papiermüllbeuteln gesammelt werden. Die Verwendung von Kunststoffmülltüten, auch solche, die "biologisch abbaubar" sind, ist nicht erlaubt, weil Biokunststoffe bei der Kompostierung nicht ausreichend verrotten. Grasschnitt sollte vor dem Einfüllen möglichst antrocknen. Die Abfälle aus der Biotonne werden zu Kompost verarbeitet.

Würde aus allen kompostierbaren Küchen- und Gartenabfällen in unseren Haushalten Kompost hergestellt, könnten große Mengen Kunstdünger auf unseren Äckern eingespart werden.

Die Biotonne verträgt sich auch mit dem Gartenkompost zuhause, denn Speisereste wie Fisch und Fleisch gehören nicht auf den heimischen Kompost und es genügen für den Garten und die Beete wesentlich weniger Humusmengen als der Gartenkompost zur Verfügung stellt. Deswegen fordern wir auch unsere Gartenbesitzer dazu auf, die Biotonne zu nutzen.

Tipp 5 - Geschenkverpackungen

Noch fünf Wochen - dann ist Weihnachten, die Zeit fliegt dahin und viele von uns machen sich schon Gedanken über die Weihnachtsgeschenke. Auch über die Verpackung?

Wussten Sie, dass fast 500 Millionen Liter Wasser und 50 Millionen Kilowattstunden Energie verbraucht werden, wenn jeder Deutsche nur eine Rolle handelsübliches Geschenkpapier kauft und benutzt? Noch schlimmer sind durchsichtige Folien aus Erdöl und Schmuckpapier, das mit Alu beschichtet ist. Und das alles nur für das kurze Erlebnis des Auspackens.

Haben Sie schon einmal über Alternativen nachgedacht?

Ein Geschenk unverpackt zu überreichen, nimmt den Überraschungseffekt, auch das gehört zum Schenken dazu. Packen Sie doch einfach die Geschenke umweltbewusst ein:

Geschirrtücher oder Stoffreste eignen sich gut. Bei der ersten Möglichkeit hat der Beschenkte noch ein zusätzliches Geschenk, Stoffreste hat nahezu jeder zuhause. Es eignen sich auch ausrangierte Tücher, Schals usw.

Zeitungspapier ist eine andere Möglichkeit, verziert mit hübschen Bändern sieht das apart aus. Oder nutzen Sie alte Landkarten, Seiten aus einem überholten Atlas, Notenblätter, die nicht mehr gebraucht werden. Das Geschenk dann mit Bast, Naturmaterialien wie Zimtstangen und getrocknete Orangenscheiben geschmückt, ist es ein echter Hingucker.

Einweckgläser sind eine andere Möglichkeit, um kleine Geschenke, Gutscheine, Geldscheine usw. zu verpacken. Sie lassen sich bemalen, mit allerhand Naturmaterial befüllen und sind zudem noch weiter verwendbar, z.B. als kleine Blumenvase, Behälter für Tee usw.

Halten Sie in den nächsten Wochen die Augen offen. Dann werden Ihnen viele Dinge ins Auge springen, die Sie hervorragend als Geschenkverpackung verwenden können. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt - die Umwelt dankt es Ihnen.

Tipp 4 - BrillenWeltweit

Wussten sie, dass mehr als 100 Millionen Menschen nur deshalb schlecht sehen können, weil sie keine Brille haben? Davon leben fast 90% in den ärmsten Ländern dieser Welt.

Kinder können dank der kostenlosen Brillen wieder zur Schule gehen, weil sie die Schrift an der Tafel und im Heft lesen können. Mehr Sehen bedeutet eine höhere Bildungsqualität. Für die Erwachsenen werden das Arbeiten am Webstuhl und andere handwerkliche Tätigkeiten wieder möglich. Und damit wird ein wichtiger Beitrag zum Lebensunterhalt der Familie geleistet.

Bei uns liegen viele nicht mehr genutzte Brillen in den Schubladen. Wohin damit? BrillenWeltweit ist eine Initiative eines inzwischen verstorbenen Koblenzer Augenoptikers, die unter dem Motto „Brille spenden – Sehen schenken“ Brillen gesammelt, aufgearbeitet und kostenlos sehbehinderten Menschen in der ganzen Welt zur Verfügung gestellt hat.

Heute werden die gesammelten Brillen in Projekten von über 80 Langzeitarbeitslosen und sechs hauptamtlichen Teamleitern gereinigt, aufgearbeitet, vermessen, registriert und versandfertig verpackt. Diese Brillenprojekte sind Europas größtes Recyclingprojekt für gebrauchte Brillen. BrillenWeltweit ist eine Aktion des Deutschen Katholischen Blindenwerks e.V. mit DZI-Spendensiegel.

Machen Sie mit bei drei guten Taten:

  • Kostenlose Abgabe von Brillen an hilfsbedürftige Sehhilfeempfänger in der „Dritten Welt“
  • Langzeitarbeitslose werden integriert
  • Weniger Müll in der Restmülltonne

In unserer Ortsgemeinde Asbach werden Brillen entgegengenommen von Optik-Uhren-Schmuck Klaus Feis, Bahnhofstraße 3 und Apollo-Optik im Vorteil-Center.

Tipp 3 - Einkaufsplanung

Bei ihren Einkäufen können sie die Umwelt durch eine gute Planung schützen.

Leider werden in Deutschland immer noch jährlich ca. 75 Kilo Lebensmittel weggeworfen und das pro Haushalt!

Der dabei entstehende Abfall muss verwertet werden, aber auch für die Produktion der Lebensmittel wurden bereits Ressourcen verbraucht.

Kaufen Sie daher bewusster ein und nur das, was Sie wirklich benötigen und auch verbrauchen.

Entgegen einer häufigen Meinung ist das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Lebensmittelverpackungen kein Verfallsdatum. Der Hersteller garantiert bis zu diesem Datum bei richtiger Lagerung, dass die typischen Eigenschaften des Produkts wie zum Beispiel Geschmack oder Geruch erhalten bleiben. Die Produkte können jedoch auch danach noch genießbar sein, prüfen Sie daher bitte das Produkt bevor sie es entsorgen.

Frisch aus dem heimischen Anbau erhalten sie auch ohne Umverpackung im Oktober:

Obst: Äpfel, Birnen, Brombeeren, Stachelbeeren

Nüsse: Walnüsse, Haselnüsse

Salate: Eisbergsalat, Feldsalat, Kopfsalat

Gemüse: Blumenkohl, Bohnen, Champignons, Fenchel, Gurke, Grünkohl, Kartoffeln, Kohlrabi, Kürbis, Möhren, Paprika, Lauch, Radieschen, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkohl, Spinat, Tomaten, Wirsing, Zucchini, Zwiebeln

Tipp 2 - Kork ein wertvolles Naturprodukt

Kork ist ein Naturprodukt aus der Rinde der Korkeiche, die im westlichen Mittelmeerraum zuhause ist. Von der Pflanzung bis zur ersten Ernte vergehen etwas 35 Jahre, danach darf die Rinde alle 8-9 Jahre geschält werden. Korken sind also ein viel zu wertvoller Rohstoff, um sie einfach wegzuwerfen.

Flaschenkorken werden im Landkreis Neuwied bereits seit 1993 in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen für einen gemeinnützigen Zweck gesammelt und den diakonischen Werkstätten in Kork zur Verfügung gestellt.

Entstanden ist die Idee des Korken-Sammelns und Verwertens aus dem Wortspiel "Korken für Kork".

Die Flaschenkorken (keine „Plastik“-korken) wurden zunächst von den behinderten Mitarbeitern der Korkverarbeitung sortiert, geschrotet und über den Bio-Baustoffhandel vertrieben. Seit 1. Juli 2014 werden alle gesammelten Korken an eine langjährige Partnerfirma verkauft. Diese vergütete bereits bisher die sortierten Natur- und Presskorken für die Weiterverarbeitung zu Korkplatten.

Der soziale Aspekt in Form von Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ist weggefallen. Geblieben ist aber der Erlös aus der Sammlung und dem Verkauf der Korken. Dieser Erlös kommt weiterhin den Menschen mit Behinderung in der Diakonie Kork zugute. Geblieben ist auch der mit „Korken für Kork“ verbundene Nachhaltige Umgang mit Ressourcen.

Korken sammeln bedeutet.......

.... Wiederverwertung von Abfällen
.... finanzielle Unterstützung der Diakonie Kork

In unserer Verbandsgemeinde können die Korken in Asbach bei der Verbandsgemeindeverwaltung, Flammersfelder Str. 1 und in Neustadt im Bürgerhaus, Raiffeisenstr. 9 abgegeben werden.

Korken für KorkFlaschenkorken
 

Tipp 1 - Mülltrennung: Deckel von Joghurtbechern

Wussten Sie, dass der Deckel vom Joghurtbecher getrennt werden muss, auch wenn beides in der grünen Tonne landet? Der Becher ist in der Regel aus Kunststoff, der Deckel aus Aluminium. Sind beide Teile noch miteinander verbunden, können sie von der Sortieranlage nicht identifiziert werden. Die Folge: Es kann sein, dass der Joghurtbecher nicht recycelt wird.


Übrigens: Verpackungen müssen nur restentleert sein, eine Säuberung ist nicht erforderlich. Da Kunststoffe vor dem Recycling heiß ausgewaschen werden, verschwenden wir dadurch nur unnötig Wasser.